Wie viel beregnen? Beregnungsmenge aus ETo und Kc berechnen

Nach Gefühl beregnen heißt meist: anfangs zu viel, im Spitzenbedarf zu wenig. Die Standardmethode nach FAO-56 geht vom Wetter und dem Entwicklungsstadium aus.

Die Schritte

  1. ETo: Referenzverdunstung in mm/Tag, etwa vom Deutschen Wetterdienst oder einer eigenen Station.
  2. Kc: Kulturkoeffizient für das aktuelle Stadium aus den FAO-56-Tabellen – niedrig nach dem Auflaufen, 1,0–1,2 bei geschlossenem Bestand.
  3. ETc = ETo × Kc: Wasserverbrauch der Kultur pro Tag.
  4. Netto-Gabe = ETc × Tage zwischen den Gaben − wirksamer Niederschlag.
  5. Brutto-Gabe = netto ÷ Wirkungsgrad (Tropf ca. 90 %, Regner und Kreisberegnung ca. 80–85 %).

Beispiel

ETo 5 mm/Tag, Kc 1,1, Beregnung alle 3 Tage, kein Regen, Regner mit 85 % Wirkungsgrad, Beregnungsintensität 8 mm/h, 10 ha. Im Beregnungsrechner:

  • ETc: 5,5 mm/Tag
  • Netto-Gabe: 16,5 mm
  • Brutto-Gabe: 19,4 mm
  • Laufzeit: rund 2 h 26 min
  • Wassermenge: rund 1.940 m³ (1 mm auf 1 ha = 10 m³)

Praxischecks

  • Nicht mehr geben, als der Boden im Wurzelraum speichern kann; Sandböden brauchen kleinere, häufigere Gaben.
  • Übersteigt die Intensität die Infiltration, fließt Wasser ab – Gabe teilen.
  • Nur wirksamen Niederschlag anrechnen.
  • Mit Bodenfeuchtesensoren oder Tensiometern gegenprüfen; wasserrechtliche Erlaubnis beachten.

Pump- und Energiekosten gehören in den Kostenrechner je Hektar.

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