Trocknungsabzug bei Getreide: Trockengewicht und Ertrag berechnen
Wird Getreide feuchter als die Basisfeuchte angeliefert, rechnet der Handel es auf trockenes Gewicht um – und zieht Besatz über der Toleranz ab. Wer die Formel kennt, kann Abrechnungen prüfen und entscheiden, ob er jetzt drischt oder wartet.
Die Formel
Trockengewicht = Nassgewicht × (100 − Erntefeuchte) ÷ (100 − Basisfeuchte)
Die Trockenmasse bleibt gleich, nur das Wasser ändert sich. Die Basisfeuchte steht im Kontrakt (bei Getreide oft 14–14,5 %, bei Raps 9 %). Viele Händler berechnen zusätzlich Trocknungskosten.
Beispiel
Ein Zug Weizen mit 30.000 kg, 18 % Feuchte und 2 % Besatz; Basis 14 %, Toleranz 1 %:
- Besatz: 2 % − 1 % = 1 % → 29.700 kg.
- Feuchte: 29.700 × 82 ÷ 86 = 28.319 kg.
Das sind 283 dt. Der Ertrags- und Feuchterechner rechnet das und teilt durch die Fläche – für den Ertrag in dt/ha oder t/ha.
Jetzt dreschen oder warten?
Jeder Prozentpunkt über der Basis kostet rund 1,2 % Gewicht plus Trocknung. Warten senkt die Feuchte, erhöht aber das Risiko von Ausfall, Auswuchs und Lager. Rechne beide Varianten durch.
Vom Ertrag zum Gewinn je Hektar: der Kostenrechner je Hektar.