Was verdient ein Indie-Spiel auf Steam? Was wirklich beim Entwickler ankommt

„Mein Spiel hat 10.000 Kopien zu 14,99 $ verkauft" klingt nach 150.000 $. Ist es nicht. Zwischen Ladenpreis und Bankkonto liegen mehrere Schichten, die selten in Schlagzeilen auftauchen.

Die Schichten

  1. Rabatte und Regionalpreise: Ein großer Teil der Verkäufe passiert im Sale, und in vielen Ländern sind die empfohlenen Preise deutlich niedriger.
  2. Mehrwertsteuer: In der EU ist sie im Preis enthalten; Valve führt sie an die Finanzämter ab (in Deutschland 19 %).
  3. Rückerstattungen: Steam erstattet Spiele mit weniger als 2 Stunden Spielzeit innerhalb von 14 Tagen.
  4. Valves Anteil: 30 % bis 10 Mio. $ Umsatz pro Spiel, 25 % bis 50 Mio. $, danach 20 %.
  5. Publisher, falls vorhanden, und am Ende deine eigenen Steuern.

Beispiel

Im Steam-Einnahmenrechner landen mit typischen Annahmen bei vielen Indies 40–60 % von „Preis × Kopien" vor Einkommensteuer. Die Aufschlüsselung zeigt, welche Annahme am stärksten wirkt.

US-Quellensteuer

Deutschland hat ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA. Mit korrekt ausgefülltem W-8BEN bzw. W-8BEN-E in Steamworks fällt in der Regel keine US-Quellensteuer auf deine Lizenzeinnahmen an. Steuerlich bleiben die Einnahmen in Deutschland zu versteuern – sprich mit deiner Steuerberatung.

Wie viele Kopien?

Vor dem Launch sind Wunschlisten der beste Indikator. Der Steam-Verkaufsschätzer rechnet Wunschlisten in Launchwochen-Verkäufe und Reviews in Gesamtverkäufe um.

So nutzt du die Zahlen

  • Budgetiere mit dem vorsichtigen Szenario.
  • Teste Preise: Ein etwas höherer Grundpreis fängt Rabatte oft auf.
  • Denk an die Lebensdauer-Einnahmen, nicht nur an den ersten Monat.

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